Dramaturgie

Dramaturgen sind wie Spülmaschinen…

…man braucht sie nicht, aber wenn man einmal eine gute hatte, will man nie wieder ohne. So formulierte es einst mein geschätzter Kollege Georg Kistner.

Aber: Was macht eigentlich ein Dramaturg?

Wer weiß, wie oft mir diese Frage schon gestellt wurde. Interessanterweise fragen mich das auch Kollegen vom Theater: Offenbar ist die Dramaturgie oft abgekoppelt vom Rest der Theaterwelt und schwebt in Sphären, aus denen höchstens mal die eine oder andere Drucksache zu den anderen Theaterschaffenden herabsegelt.

Mein Ziel als Dramaturgin ist, die Regisseure und Ensembles, mit denen ich arbeite, aktiv zu unterstützen. Ich bin meistens von Anfang an – also von der Ideenfindung oder der Erstellung einer Textfassung – Teil der Produktionen, an denen ich mitarbeite, und bin keine Dramaturgin, die erst zur HP2 auf der Probe auftaucht. Ich bin fest davon überzeugt, dass Schauspieler und Sänger wissen sollten, was sie spielen und warum. Im Sinne des jeweiligen Regiekonzeptes fühle ich mich verantwortlich für das inhaltliche Futter, das das Ensemble bekommt – meine Begleitmaterialien werden gefürchtet, geliebt und beglückenderweise sogar gelesen.

Textbücher werden von mir in Zusammenarbeit mit der Regie genau und stringent bearbeitet, Programmhefte mit Liebe und Genauigkeit gestaltet.

Besonders wichtig ist mir der Kontakt zum Publikum: Mit Einführungsveranstaltungen möchte ich den Zuschauern nahebringen, was das Team „sich gedacht“ hat, ohne die Phantasie der Menschen „zuzukleistern“ und sie mit trockenem Papier zu füttern.

Kurzum: Die Dramaturgie verstehe ich als eine Mischung aus Herz und Hirn einer Produktion, als Gelenk zwischen Ensemble, Theater und Zuschauern.